Schwerpunktthemen

Risikomanagement in der kasachischen Landwirtschaft

Veterinärwesen

Generell ist die landwirtschaftliche Produktion gegenüber anderen Volkswirtschaftszweigen mit besonderen Risiken verbunden, da sie in der freien Natur und mit lebenden Organismen erfolgt. Fast das gesamte Gebiet der Republik Kasachstan ist aufgrund der klimatischen Bedingungen als Risikozone für die Landwirtschaft zu betrachten. Insbesondere die mit dem Klimawandel verbundenen Erscheinungen wie z.B. extreme Hitzeperioden, extreme Trockenheit, Starkregen, Hagel und extreme Stürme führen zu Schäden in der Land- und Forstwirtschaft und erhöhen das Risiko für die Produzenten. Auch das Risiko des Ausbruchs und der Verbreitung von Tierseuchen ist trotz aller veterinärhygienischen Vorbeugemaßnahmen nicht auszuschließen und steigt durch die wachsende Mobilität der Tiere (Tierhandel, Handel mit tierischen Produkten) und Menschen (Tourismus) weiter an. Auch veränderte Migrationswege und neue Verbreitungsgebiete der Wildtiere können zu neuen Risiken führen. Trotz des hohen Risikos ist die Landwirtschaft in Kasachstan einer der wichtigsten Wirtschaftszweige, der zudem noch ein hohes Entwicklungspotenzial hat. Die Risiken zu erkennen und ihnen mit staatlichen und betrieblichen Vorsorgemaßnahmen zu begegnen ist eine unabdingbare Notwendigkeit sowohl aus volkswirtschaftlicher als auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Der APD widmet sich deshalb dem Thema Risikomanagement in der Landwirtschaft umfassend und hat bereits mehrere Experteneinsätze zum Thema durchgeführt. Die derzeitigen Aktivitäten sind vor allem auf die entsprechende Gesetzgebung und die Etablierung eines wirksamen Ernteversicherungssystems unter Einbeziehung aller Beteiligten gerichtet. (Staat, Versicherungsgesellschaften und Landwirtschaftsbetriebe). JM

Investitionsförderung im Agrarsektor

Investitionsförderung

Durch die Steigerung der Investitionstätigkeit ist Kasachstan bestrebt, die Arbeitsproduktivität des Agrarsektors in wenigen Jahren zu verdoppeln. Hierzu muss jedoch den Landwirten der Zugang zu Kapital erleichtert werden. Der APD arbeitet an diesem Thema in mehreren Bereichen. Derzeit existieren in Kasachstan Überlegungen, eine Agrarbank zu etablieren. Der APD stellte im Rahmen von Experteneinsätzen sowie einer Fachinformationsfahrt den Ansatz der Förderbank, wie er in der Landwirtschaftlichen Rentenbank umgesetzt wird, vor und betreut die weiteren Überlegungen für die Umsetzung eines solchen Förderbankkonzeptes in Kasachstan. Zudem wurden den kasachischen Partnern die deutschen Erfahrungen mit dem Ansatz der Agrarinvestitionsförderprogramme in verschiedenen Seminaren und Rund-Tisch-Gesprächen vorgestellt. Letzterer Ansatz wird nun in ähnlicher Form im Jahr 2013 in Kasachstan umgesetzt. Eine Schulung zu diesem Ansatz wurde zusammen mit Experten des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz organisiert. Schließlich unterstützt der APD ebenfalls den Aufbau und die konzeptionelle Stärkung von Kreditpartnerschaften in ländlichen Regionen Kasachstans.

Genossenschaftswesen

Genossenschaftswesen

Das Projekt arbeitet bereits seit Anfang 2011 zum Genossenschaftswesen in Kasachstan. Im Rahmen des APDs wurden Kommentare und Verbesserungsvorschläge für eine Neufassung des kasachischen Genossenschaftsgesetzes unterbreitet, Seminare zum Thema Aufbau von Genossenschaften, Genossenschaftsverbänden, eines Genossenschaftsprüfungssystems sowie über die Struktur des deutschen Genossenschaftssektors und über deutsche Erfahrungen mit der Transformation der Genossenschaften nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern durchgeführt. Zusätzlich wurden zwei Fachinformationsfahrten unter anderem unter Beteiligung der kasachischen Vizeministerin in Deutschland zu diesem Thema organisiert. Bei dieser Aktivität besteht auf deutscher Seite eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV).

Ökologischer Landbau

Ökologischer Landbau

Ohne Zweifel verfügt Kasachstan über ein großes Potential für den ökologischen Landbau. Aufgrund des derzeit niedrigen Einsatzes von mineralischen Düngemitteln und chemischen Pflanzenschutzmitteln würde eine Umstellung auf eine zertifizierte Ökoproduktion in vielen Betrieben nicht zu umfangreichen Ertragsrückgängen führen. Auf der anderen Seite könnten die Betriebe aber von wesentlich höheren Erzeugerpreisen für Ökoprodukte im Vergleich zu konventionellen Produkten profitieren. Dennoch ist es notwendig, den Absatzmarkt für Ökoprodukte aus Kasachstan genauer zu analysieren. So ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich, die Ausfuhren von Öko-Getreide und Öko-Ölsaaten aus Kasachstan in die EU noch weiter auszubauen. Hingegen strebt Kasachstan aber auch einen Ausbau seiner tierischen Erzeugung an und hier scheint der EU-Markt für kasachische Ökoprodukte unsicherer. Weiterhin wäre es notwendig, dass Kasachstan an der Erarbeitung eines gesetzlichen Rahmens für den Ökolandbau arbeitet. In all diesen Bereichen stellt der APD dem kasachischen Landwirtschaftsministerium und KazAgroInnovations Unterstützung zur Verfügung. Es wurde für die kasachischen Partner vom APD eine Studie zu den Möglichkeiten des Ökolandbaus in Kasachstan angefertigt und Erkenntnisse aus Deutschland und der EU in Runden-Tisch-Gesprächen unter anderem im kasachischen Landwirtschaftsministerium vermittelt. Des Weiteren ist eine Studienreise zu diesem Thema für die erste Hälfte des Jahres 2013 nach Deutschland geplant.

WTO-Beitritt Kasachstans

WTO-Beitritt

Zusammen mit einem Projekt der  EU-Delegation in der Republik Kasachstan erarbeitete der APD eine Studie zum WTO-Beitritt Kasachstans und deren Anforderungen an die kasachische Agrarpolitik. In der Studie wurden die Anforderungen an die kasachischen agrarpolitischen Maßnahmen dargestellt, Schlussfolgerungen für die Umwandlung derzeitiger Maßnahmen in WTO-Green box konforme Maßnahmen erarbeitet sowie Erfahrungen der Europäischen Union in diesem Bereich dargelegt. Zudem wurde ein ein-Tages-Seminar zu diesem Thema für Vertreter des kasachischen Landwirtschaftsministeriums, weitere öffentliche Institutionen und landwirtschaftliche Verbände durchgeführt.

Fischereiwesen und Aquakultur

Genossenschaftswesen

Das Projekt arbeitet bereits seit Anfang 2011 zum Genossenschaftswesen in Kasachstan. Im Rahmen des APDs wurden Kommentare und Verbesserungsvorschläge für eine Neufassung des kasachischen Genossenschaftsgesetzes unterbreitet, Seminare zum Thema Aufbau von Genossenschaften, Genossenschaftsverbänden, eines Genossenschaftsprüfungssystems sowie über die Struktur des deutschen Genossenschaftssektors und über deutsche Erfahrungen mit der Transformation der Genossenschaften nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern durchgeführt. Zusätzlich wurden zwei Fachinformationsfahrten unter anderem unter Beteiligung der kasachischen Vizeministerin in Deutschland zu diesem Thema organisiert. Bei dieser Aktivität besteht auf deutscher Seite eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV).

Sortenschutz

Genossenschaftswesen

Derzeit werden Pflanzensorten in Kasachstan nicht effektiv geschützt. Kasachische Sorten werden weitestgehend von wissenschaftlichen Instituten entwickelt, welche auf Grundlage von öffentlichen Mitteln finanziert werden. Diese Betriebe produzieren Vorstufensaatgut, vermehren dieses und verkaufen zertifiziertes Saatgut direkt an die landwirtschaftlichen Unternehmen. In einigen Fällen wird Vorstufensaatgut an Elitesaatgutbetriebe verkauft, die das produzierte Basissaatgut an Vermehrungsbetriebe verkaufen, welche dann zertifiziertes Saatgut produzieren und direkt an Landwirte  verkaufen. Im gesamten kasachischen Saatgutsystem findet jedoch weder eine Vergabe von Lizenzen und damit die Einnahme von Lizenzgebühren, noch eine Erhebung von Nachbaugebühren statt. Somit beteiligen sich die Nutzer der Genetik einer Sorte nicht an der Leistung der Züchter durch eine gerechte Finanzierung. Zusammen mit der staatlichen Wissenschaftsholding KazAgroInnovations und Experten des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) unterstützt der APD die Entwicklung neuer Ansätze für den Sortenschutz in Kasachstan. Hierzu wurde unter anderem bereits im Jahr 2010 ein Seminar in Astana durchgeführt. Im Jahr 2011 nahmen kasachische Ministeriumsvertreter an einer vom BDP und APD organisierten Fachinformationsfahrt nach Deutschland teil und im Mai 2013 führten Experten des BDP Seminare zum Sortenschutz in Astana und Almaty durch. Die von deutscher Seite gemachten Vorschläge sollen nun in einen neuen Gesetzesentwurf für die Novellierung des Sortenschutzes aufgenommen werden.